{"id":461715,"date":"2026-07-01T09:00:00","date_gmt":"2026-07-01T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.allaboutautomation.de\/?p=461715"},"modified":"2026-06-22T10:34:55","modified_gmt":"2026-06-22T08:34:55","slug":"ki-in-der-produktion-diese-use-cases-lohnen-sich-zuerst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.allaboutautomation.de\/de\/2026\/07\/01\/ki-in-der-produktion-diese-use-cases-lohnen-sich-zuerst\/","title":{"rendered":"KI in der Produktion: Diese Use Cases lohnen sich zuerst"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es muss nicht gleich der autonome KI-Agent sein, der eine komplette Fabrik umplant. Oft beginnt der wirtschaftlich sinnvolle Einstieg in K\u00fcnstliche Intelligenz viel unspektakul\u00e4rer: bei einem Motor, der nicht ausfallen darf, einer Kamera, die Ausschuss erkennt, oder einem Energieverbraucher, der zur falschen Zeit zu viel Strom zieht. Genau dort entscheidet sich, ob KI in der Produktion ein weiteres Digitalisierungsversprechen bleibt \u2013 oder ob sie sich schnell rechnet.<\/strong><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"446\" src=\"https:\/\/easyfairsassets.com\/sites\/266\/2026\/06\/Aufmacher_iStock-1367617035-1024x571.jpg\" alt=\"Smart industry control concept.\" srcset=\"https:\/\/easyfairsassets.com\/sites\/266\/2026\/06\/Aufmacher_iStock-1367617035-1024x571.jpg 1024w, https:\/\/easyfairsassets.com\/sites\/266\/2026\/06\/Aufmacher_iStock-1367617035-300x167.jpg 300w, https:\/\/easyfairsassets.com\/sites\/266\/2026\/06\/Aufmacher_iStock-1367617035-768x428.jpg 768w, https:\/\/easyfairsassets.com\/sites\/266\/2026\/06\/Aufmacher_iStock-1367617035-1536x856.jpg 1536w, https:\/\/easyfairsassets.com\/sites\/266\/2026\/06\/Aufmacher_iStock-1367617035.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>Wenn Sie sich jetzt fragen, welcher KI-Use-Case in der Produktion zuerst angegangen werden sollte, dann hilft eine sehr einfache Gegenfrage: Wo tut es im Werk am meisten weh? Bei ungeplanten Stillst\u00e4nden? Bei Nacharbeit und Ausschuss? Bei schwankender Qualit\u00e4t? Bei Lastspitzen in der Energieversorgung? Oder bei Produktionspl\u00e4nen, die schon vor der Fr\u00fchst\u00fcckspause \u00fcberholt sind?<\/p>\n<p>Genau hier trennt sich der Showroom von der industriellen Realit\u00e4t. KI ist kein Selbstzweck und auch kein magischer Softwarelack, der \u00fcber bestehende Prozesse gestrichen wird. Der vorherige Beitrag dieser Serie hat die Begriffe sortiert: KI ist das Dach, Machine Learning der lernende Motor, Deep Learning der Spezialist f\u00fcr komplexe Muster, Generative KI der Assistent f\u00fcr Sprache, Wissen und Dokumentation \u2013 und Agentic AI der Schritt hin zu st\u00e4rker selbstst\u00e4ndig handelnden Systemen. In der Fabrik z\u00e4hlt aber vor allem eines: Was kann die Technologie konkret verbessern?<\/p>\n<p>Die gute Nachricht: Unternehmen m\u00fcssen nicht mit dem gr\u00f6\u00dften und teuersten Projekt starten. Im Gegenteil. Die besten Einstiegsprojekte sind oft klar abgegrenzt, technisch beherrschbar und wirtschaftlich gut bewertbar. Ein guter KI-Use-Case erf\u00fcllt drei Bedingungen: Der Verlust ist messbar, die Daten sind grunds\u00e4tzlich verf\u00fcgbar und die Organisation kann auf das Ergebnis reagieren. Denn eine KI, die einen Ausfall prognostiziert, aber keinen Wartungsauftrag, kein Ersatzteil und kein Zeitfenster ausl\u00f6st, bleibt ein h\u00fcbsches Dashboard.<\/p>\n<h2>Predictive Maintenance: Stillstand ist der teuerste Lehrmeister<\/h2>\n<p>Beginnen wir mit dem Klassiker. Vorausschauende Wartung klingt nicht mehr neu, ist aber genau deshalb interessant: Der Nutzen ist verstanden, die Sensorik ist verf\u00fcgbar und viele Anlagen liefern bereits die n\u00f6tigen Daten. Das <a href=\"https:\/\/www.eas.iis.fraunhofer.de\/de\/medien_presse\/infomaterial\/whitepaper-predictive-maintenance-ki.html\">Fraunhofer IIS ordnet Predictive Maintenance in einem aktuellen Whitepaper<\/a> als datengetriebene Instandhaltung ein, bei der KI Verschlei\u00dfmuster erkennt und Maschinenausf\u00e4lle fr\u00fchzeitig vermeiden hilft. Technisch geht es dabei um Schwingungen, Temperaturen, Stromsignaturen, Druckverl\u00e4ufe, Laufzeiten, Lastprofile und Ereignisprotokolle. Machine-Learning-Modelle erkennen, ob sich ein Lager anders verh\u00e4lt als sonst, ob ein Motor thermisch driftet oder ob ein Kompressor in einen kritischen Zustand l\u00e4uft. Je nach Anwendung reicht die Bandbreite von einfacher Anomalieerkennung bis zur Restlebensdauerprognose.<\/p>\n<p>Die Rechnung ist simpel: Jede Stunde ungeplanter Stillstand frisst Marge, Lieferf\u00e4higkeit und Vertrauen. Dass der wirtschaftliche Hebel nicht theoretisch ist, zeigt Bosch f\u00fcr seinen Shopfloor Agent: Durch beschleunigte Fehleranalyse und Fehlerbehebung seien pro Bosch-Werk j\u00e4hrliche Einsparungen von rund 850.000 Euro m\u00f6glich. Das sind keine Werte, die man ungepr\u00fcft auf jede Anlage \u00fcbertragen sollte. Aber sie zeigen, warum sich der Blick auf Engpassmaschinen, rotierende Komponenten, Pumpen, Motoren, F\u00f6rdertechnik und kritische Prozessaggregate besonders lohnt.<\/p>\n<p>Ein Praxisbeispiel liefert Bosch mit seinen Arbeiten an <a href=\"https:\/\/www.bosch-presse.de\/pressportal\/de\/de\/bosch-tech-day-2025-bosch-setzt-mit-hohen-investitionen-auf-ki-als-wachstumstreiber-277250.html\">agentischer KI in der Produktion<\/a>. Multi-Agenten-Systeme \u00fcberwachen in der Fertigung Ger\u00e4te, sagen Wartungsbedarfe vorher und k\u00f6nnen die Personaleinsatzplanung optimieren. Das ist im Kern genau das, worum es bei wirtschaftlicher KI geht: nicht mehr Daten um der Daten willen, sondern weniger Suchzeit, schnellere Entscheidungen und eine h\u00f6here Anlagenverf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n<h2>KI-Qualit\u00e4tspr\u00fcfung: wenn aus Bildern Entscheidungen werden<\/h2>\n<p>Der zweite Use Case, der sich h\u00e4ufig fr\u00fch lohnt, ist die KI-gest\u00fctzte Qualit\u00e4tspr\u00fcfung. In vielen Werken sind Kameras l\u00e4ngst installiert, doch klassische Bildverarbeitung kommt bei Variantenvielfalt, reflektierenden Oberfl\u00e4chen, wechselnder Beleuchtung oder seltenen Fehlerbildern schnell an Grenzen. Deep Learning kann hier Merkmale direkt aus Bilddaten lernen und Fehler finden, die sich nicht sauber in starre Regeln gie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Beispielsweise hat Siemens zur Hannover Messe 2026 die <a href=\"https:\/\/press.siemens.com\/global\/de\/pressemitteilung\/siemens-industrial-edge-oekosystem-staerkt-daten-und-ki-integration\">Industrial AI Suite auf Basis von Industrial Edge<\/a> allgemein verf\u00fcgbar gemacht. Sie unterst\u00fctzt laut Siemens KI-Anwendungen wie Predictive Maintenance und visuelle Inspektion, um Ausfallzeiten zu reduzieren und die Produktionsqualit\u00e4t nachhaltig zu erh\u00f6hen. Besonders spannend f\u00fcr die Praxis ist dabei, dass Siemens in der aktuellen Version Bilddaten mit Produktionsdaten aus MES-Systemen oder Steuerungen kombiniert, um das Nachtrainieren von KI-Modellen wirksamer zu machen.<\/p>\n<p>Und genau hier liegt der Charme. Viele Unternehmen schrecken nicht vor KI zur\u00fcck, weil sie den Nutzen nicht sehen. Sie schrecken vor dem vermeintlichen Aufwand zur\u00fcck: Daten labeln, Beleuchtung einstellen, Experten einbinden, Varianten nachpflegen. Wenn sich diese H\u00fcrden senken lassen, wird Machine Vision mit KI schnell attraktiv \u2013 etwa bei Spritzgussteilen, Gussteilen, Beschichtungen, Leiterplatten, Montagekontrolle, Verpackung, Etikettenpr\u00fcfung oder Wareneingangskontrolle.<\/p>\n<p>Wichtig ist allerdings: Die Kamera allein macht noch keine intelligente Fabrik. Entscheidend ist die Integration. Pr\u00fcfergebnisse m\u00fcssen an SPS, MES oder Qualit\u00e4tssysteme angebunden werden. Nur dann werden fehlerhafte Teile ausgeschleust, Nacharbeitsprozesse angesto\u00dfen oder Prozessparameter angepasst. Besonders wertvoll wird der Use Case, wenn Bildfehler mit Chargen, Werkzeugzust\u00e4nden, Temperaturprofilen oder Maschineneinstellungen verkn\u00fcpft werden. Dann erkennt KI nicht nur den Fehler \u2013 sie hilft auch, dessen Ursache zu verstehen.<\/p>\n<h2>Energieoptimierung: die Fabrik als flexibler Verbraucher<\/h2>\n<p>Energieeffizienz ist l\u00e4ngst kein gr\u00fcnes Extra mehr. Sie ist ein harter Produktionsfaktor. Strompreise, CO<sub>2<\/sub>-Kosten, Netzengp\u00e4sse und volatile erneuerbare Energien machen es f\u00fcr Fertigungsunternehmen immer wichtiger, Energie nicht nur zu messen, sondern aktiv zu steuern.<\/p>\n<p>KI kann Lastspitzen prognostizieren, energieintensive Verbraucher verschieben, Druckluft-, W\u00e4rme- oder K\u00e4lteerzeugung optimieren und Produktionspl\u00e4ne mit Energiedaten koppeln. Bosch beschreibt in einer Darstellung zum <a href=\"https:\/\/www.bosch-presse.de\/pressportal\/de\/de\/wie-bosch-kuenstliche-intelligenz-in-der-produktion-einsetzt-260800.html\">KI-Einsatz in der Fertigung<\/a>, dass ein KI-basiertes Energiemanagementsystem am Standort Changsha den Energieverbrauch von Produktionslinien vorhersagt, Produktionsplanung ber\u00fccksichtigt und Faktoren wie Nachfrageprognosen, Wetter, Temperatur und Luftfeuchtigkeit einbezieht. Laut Bosch sank der j\u00e4hrliche Stromverbrauch dort um 18 Prozent, die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um 14 Prozent \u2013 und die Daten sind jetzt schon ein paar Jahre alt, wahrscheinlich ist die Effizienz durch KI inzwischen weiter gestiegen.<\/p>\n<p>Das alles mit kompletten Werken klingt gro\u00df, l\u00e4sst sich aber klein beginnen. Ein erster Einstieg kann eine Druckluftstation sein, ein Ofen, eine K\u00e4lteanlage, eine Lackierung oder ein Trocknungsprozess. Viele Daten sind ohnehin vorhanden: Z\u00e4hler, Lastg\u00e4nge, Maschinenzust\u00e4nde, Schichtmodelle und Auftragsdaten. Daraus entstehen Prognosen und Handlungsempfehlungen. Muss Auftrag A wirklich jetzt laufen? Kann ein energieintensiver Prozess um 30 Minuten verschoben werden? Welche Verbraucher treiben die Lastspitze?<\/p>\n<p>Wichtig ist die Abw\u00e4gung: Energieoptimierung darf Qualit\u00e4t, Durchsatz und Liefertreue nicht gef\u00e4hrden. Gute KI-Systeme ber\u00fccksichtigen deshalb Prozessfenster, Auftragspriorit\u00e4ten, Speicher, Taktzeiten und technische Grenzen. Dann wird aus Energiemanagement kein Verzichtsprogramm, sondern ein intelligentes Lastmanagement.<\/p>\n<h2>Prozessparameter optimieren: nicht gr\u00f6\u00dfer, sondern genauer fahren<\/h2>\n<p>Viele Prozesse laufen stabil \u2013 aber nicht optimal. Anlagen werden konservativ gefahren, Temperaturen etwas h\u00f6her eingestellt, Geschwindigkeiten niedriger gew\u00e4hlt, Sicherheitsaufschl\u00e4ge gro\u00dfz\u00fcgig bemessen. Das ist verst\u00e4ndlich, denn niemand m\u00f6chte Qualit\u00e4t riskieren. Aber genau hier steckt h\u00e4ufig viel Potenzial.<\/p>\n<p>Bei der KI-basierten Prozessparameter-Optimierung werden Maschinenparameter, Rezepturen, Qualit\u00e4tswerte, Materialchargen, Umgebungsbedingungen und Bedienereingriffe gemeinsam ausgewertet. Modelle erkennen, welche Stellgr\u00f6\u00dfen wirklich Einfluss auf Ausschuss, Zykluszeit, Energieverbrauch, Werkzeugverschlei\u00df oder Ma\u00dfhaltigkeit haben. Technisch kommen je nach Reifegrad klassische Machine-Learning-Verfahren, kausale Modelle, Bayesian Optimization oder Reinforcement Learning zum Einsatz. Letzteres ist besonders spannend, wenn ein System in einer Simulation oder einem abgesicherten Prozessfenster lernen kann, welche Parameterkombination langfristig das beste Ergebnis bringt. F\u00fcr den Einstieg muss es aber nicht gleich der Closed Loop sein. H\u00e4ufig reicht ein Assistenzsystem, das Prozessingenieuren zeigt, welche historischen Parameterkombinationen zu stabiler Qualit\u00e4t gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Damit wird KI nicht zum Ersatz des Erfahrungswissens. Sie macht es skalierbar. Der erfahrene Einrichter wei\u00df oft sehr genau, wann eine Linie \u201erund\u201c l\u00e4uft. Die KI hilft, dieses Wissen \u00fcber Schichten, Werke und Varianten hinweg nutzbar zu machen.<\/p>\n<p>Eigentlich ist es also ganz einfach: KI ist das Dach, Machine Learning der Motor, Deep Learning der Spezialist f\u00fcr komplexe Muster, Generative KI der Ideengeber und Agentic AI der neue \u201eKollege\u201c, der selbstst\u00e4ndig ins Handeln kommt \u2013 wer diese Rollen versteht, kann Technologien viel gezielter einsetzen. Gleichzeitig entzaubert das Wissen auch so manchen Hype: Nicht jede Datenanalyse ist \u201eKI\u201c, nicht jedes Sprachmodell taugt automatisch f\u00fcr den Shopfloor. Umgekehrt zeigt sich aber auch: Viele vermeintlich futuristische Konzepte sind im Kern nichts anderes als solide Weiterentwicklungen der Automatisierung, nur eben mit mehr Daten, mehr Lernf\u00e4higkeit und mehr Flexibilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Unterm Strich gilt: KI in der industriellen Automatisierung ist kein Zaubertrick, sondern ein Werkzeugkasten \u2013 mit sehr unterschiedlichen, aber gut kombinierbaren Werkzeugen. Wer die Begriffe auseinanderhalten kann, muss sich vor Agentic AI &amp; Co. nicht f\u00fcrchten, sondern kann sie mit der n\u00fcchternen Gelassenheit eines Ingenieurs betrachten: Was kann es, was kostet es \u2013 und wo bringt es in meiner Produktion ganz konkret mehr Qualit\u00e4t, Tempo oder Verf\u00fcgbarkeit?<\/p>\n<h2>Produktionsplanung: Schluss mit dem t\u00e4glichen Excel-Feuerl\u00f6schen<\/h2>\n<p>Ein untersch\u00e4tzter Use Case ist die Produktionsplanung. In vielen Betrieben wird zwar digital geplant, aber analog gerettet: Eilauftrag hier, Materialmangel dort, kurzfristiger Maschinenausfall, fehlendes Personal \u2013 und schon entsteht der eigentliche Plan in Excel, Teams-Chat und Telefonkette.<\/p>\n<p>KI-gest\u00fctzte Planung und Feinsteuerung kann Auftr\u00e4ge priorisieren, R\u00fcstzeiten minimieren, Engp\u00e4sse erkennen, Liefertermine simulieren und Alternativen bewerten. Besonders wirksam wird sie, wenn Daten aus ERP, MES, APS, Instandhaltung, Qualit\u00e4t und Energie zusammenlaufen. Ein aktuelles Beispiel aus der Produktionsplanung liefert Inform: Die <a href=\"https:\/\/www.inform-software.com\/de\/software\/felios\">KI-basierte L\u00f6sung Felios<\/a> ist laut Anbieter bei mehr als 300 Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau im Einsatz und nutzt Decision Intelligence, um planungsrelevante Daten zu analysieren, Terminpl\u00e4ne zu optimieren und Produktionskapazit\u00e4ten dynamisch zu steuern. Machine Learning prognostiziert unter anderem Wiederbeschaffungszeiten f\u00fcr Zukaufteile; laut <a href=\"https:\/\/www.inform-software.com\/de\/news\/felios\/inform-auf-der-hannover-messe-2026-end-to-end-produktionsplanung-mit-ki-gestuetztem-aps-system\">einer Meldung von Inform<\/a> lassen sich Sch\u00e4tzfehler dabei um bis zu 42 Prozent reduzieren.<\/p>\n<p>Der ROI entsteht hier selten durch einen einzelnen Aha-Effekt. Es sind viele kleine Verbesserungen: weniger Umplanung, bessere Auslastung, k\u00fcrzere Wartezeiten, niedrigere Best\u00e4nde, h\u00f6here Termintreue. F\u00fcr diskrete Fertiger mit hoher Variantenvielfalt und kleinen Losgr\u00f6\u00dfen kann dieser Use Case daher besonders interessant sein \u2013 vorausgesetzt, Stammdaten, Kapazit\u00e4ten und R\u00fcckmeldungen aus der Produktion sind belastbar.<\/p>\n<h2>Wissensassistenten: schnelle Hilfe ohne Eingriff in die Steuerung<\/h2>\n<p>Nicht jede KI muss sofort in die Maschine eingreifen. Generative KI und Agentic AI k\u00f6nnen auch dort starten, wo der Integrationsaufwand geringer und der Nutzen trotzdem hoch ist: bei St\u00f6rungsdiagnose, Wartungsanleitungen, Schichtberichten, Ersatzteilsuche, Schulung oder Dokumentation. Bosch beschreibt zur <a href=\"https:\/\/www.bosch-presse.de\/pressportal\/de\/en\/bosch-tech-day-2025-bosch-invests-heavily-in-ai-as-a-growth-driver-277250.html\">agentischen KI in der Produktion<\/a>, dass entsprechende Multi-Agenten-Systeme Ger\u00e4te \u00fcberwachen, Wartungsbedarfe vorhersagen und die Personaleinsatzplanung optimieren k\u00f6nnen. Genau diese Richtung ist f\u00fcr den Shopfloor interessant: KI wird zum digitalen Kollegen, der Maschinendaten, Dokumente und Erfahrungswissen zusammenf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Vorteil liegt auf der Hand. Solche Systeme k\u00f6nnen zun\u00e4chst lesend integriert werden. Sie geben Hinweise, fassen Informationen zusammen und schlagen n\u00e4chste Schritte vor. Die Entscheidung bleibt beim Menschen. Gerade in der Instandhaltung ist das wertvoll, weil Fachwissen knapp ist und St\u00f6rungen selten dann auftreten, wenn der erfahrenste Spezialist direkt danebensteht.<\/p>\n<h2>Und jetzt, womit anfangen?<\/h2>\n<p>Die Priorisierung ist keine Glaubensfrage, sondern eine n\u00fcchterne Wirtschaftlichkeitsrechnung. Besonders schnell rechnen sich Use Cases, bei denen der Schaden sichtbar, die Daten verf\u00fcgbar und der Eingriff begrenzt ist. Predictive Maintenance und KI-gest\u00fctzte Qualit\u00e4tspr\u00fcfung stehen deshalb h\u00e4ufig weit oben. Energieoptimierung folgt, wenn Messdaten und flexible Verbraucher vorhanden sind. Prozessparameter-Optimierung bietet gro\u00dfe Hebel, braucht aber mehr Prozessverst\u00e4ndnis. Produktionsplanung kann enorm wirksam sein, verlangt jedoch eine saubere Daten- und Systembasis.<\/p>\n<h2>Fazit: KI wird dann wertvoll, wenn sie Arbeit abnimmt<\/h2>\n<p>KI in der Produktion lohnt sich nicht, weil sie KI ist. Sie lohnt sich, wenn sie Stillst\u00e4nde verhindert, Qualit\u00e4t stabilisiert, Energie spart, Prozesse genauer f\u00e4hrt und Planung robuster macht. Der beste Einstieg ist deshalb selten der spektakul\u00e4rste, sondern der wirtschaftlich sauberste.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen der industriellen Automatisierung hei\u00dft das: erst Schmerzpunkte quantifizieren, dann Datenzugang sichern, danach klein starten und konsequent skalieren. Predictive Maintenance, KI-gest\u00fctzte Qualit\u00e4tspr\u00fcfung und Energiemanagement sind h\u00e4ufig die ersten Kandidaten. Prozessoptimierung, Produktionsplanung und Wissensassistenten folgen dort, wo Datenmodell, Integration und Akzeptanz wachsen.<\/p>\n<p>Am Ende ist KI kein Zaubertrick, sondern ein Werkzeugkasten. Entscheidend ist, ob Sensorik, Edge Computing, SPS, MES, Qualit\u00e4tsdaten, Energiez\u00e4hler und menschliche Erfahrung sinnvoll zusammenspielen. Wenn das gelingt, wird aus Industrial AI kein weiteres Pilotprojekt.<\/p>\n<h2>5 Tipps f\u00fcr den Einstieg in KI in der Produktion:<\/h2>\n<ul>\n<li>Mit einem klaren Schmerzpunkt starten \u2013 nicht mit der spannendsten Technologie.<\/li>\n<li>Kleine, skalierbare Use Cases w\u00e4hlen: eine Linie, eine Maschine, ein Qualit\u00e4tsmerkmal.<\/li>\n<li>Datenqualit\u00e4t vor Datenmenge stellen: Smart Data schl\u00e4gt Big Data.<\/li>\n<li>KI-Ergebnisse direkt in Prozesse \u00fcbersetzen: Wartungsauftrag, Ausschleusung, Plan\u00e4nderung.<\/li>\n<li>Mitarbeitende fr\u00fch einbinden, denn sie kennen die echten Ursachen hinter den Daten.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es muss nicht gleich der autonome KI-Agent sein, der eine komplette Fabrik umplant. 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